Gebäude

Zur Nutzung des Hauses in Vergangenheit und Gegenwart

Das Gemeindehaus in Senftenhütte wurde bis 1969 als Schule genutzt, danach u. a. als Büro für den Rat der Gemeinde, wobei in der ehemaligen Lehrerwohnung die Bürgermeisterin gewohnt hat. Im Haus befand sich in den 1970er und 80er Jahren eine Verkaufsstelle der Konsum Genossenschaft.

Nach der Wende wurde die Verkaufsstelle des Konsum abgewickelt, die Landhandel Brodowin GmbH trat an ihre Stelle, bis diese insolvent war. In die ehemalige Lehrerwohnung, die zu DDR-Zeiten von der Bürgermeisterin genutzt worden war, zog eine Familie ein, die bis in die 1990er Jahre dort gewohnt hat. Ein Zimmer des traufständigen Flügels des Gebäudes wurde sehr lange von der Ärztin Barbara Ehm genutzt, die hier Sprechstunden abhielt und Rezepte erneuerte. Diese Räumlichkeit wurde 2009 von dem Shiatsu-Studio angemietet. Ende der 90er Jahre versuchte ein Senftenhütter nochmals einen Landhandel zu starten, wurde aber schon nach wenigen Monaten mangels Nachfrage zur Aufgabe gezwungen.

schule_ansichtIm Gemeindehaus wurde die 300-Jahrfeier 2001 vorbereitet und anlässlich dieses Jubiläums eine von den Einwohnern und dem Heimatverein gestaltete Ausstellung zur Dorfgeschichte präsentiert.
2006 mietete der als gemeinnützig anerkannte Keramikhütte e.V. einen ehemaligen Klassenraum/Verkaufsraum im EG an, um dort seine Werkstatt einzurichten.
Die Räumlichkeiten im Gemeindehaus wurden sehr häufig für Familienfeiern genutzt, bis dies durch eine restriktive Nutzungssatzung nach der Fusion von Senftenhütte mit Chorin behindert wurde.

In all den Jahren diente das Gemeindehaus als Wahllokal und Versammlungsraum für die Einwohner von Senftenhütte, für den Ortsbeirat und auch für Sitzungen von Ausschüssen der GVV. Im Fusionsvertrag, als die Gemeinde Senftenhütte sich der Gemeinde Chorin anschloss, wurde der Erhalt des Gemeindehauses für die Nutzung durch die Vereine und die Bürger festgeschrieben und garantiert.

ansicht_1972

Schulbesuch in Senftenhütte

Als der Schulbetrieb 1969 eingestellt worden war, ging eine Ära des 1873 erbauten Schulhauses zu Ende. Der rechte Teil des roten Klinkergebäudes war früher der Lehrerwohnung vorbehalten. In der linken Hälfte waren die Unterrichtsräume untergebracht, wobei der Raum im Obergeschoss erst ab 1947 für den Schulunterricht genutzt wurde. (1)

„Es war eine Schule, in der sämtliche Schüler des Dorfes in einem Klassenraum unterrichtet wurden,“ erinnerte sich die 1910 geborene Louise Vandamme, verheiratete Beuster, „es gab nur einen Lehrer, der machte mehrere Abteilungen, jede arbeitete für sich, die Älteren mussten mit den Kleinen Lesen oder Rechnen üben. Diese Lehrer haben viel geleistet. Wir haben alle was gelernt, einer wie der andere. Natürlich muss man bedenken, dass nicht alle gleich schlau sind. Es war eine gute Schule.“ (2)

Verwendete Literatur:
(1) Wolfgang Frenz: Senftenhütte - Eine glasklare Geschichte. Senftenhütte 2008.

(2) Gerda Szepansky: Die stille Emanzipation. Frauen in der DDR. Frankfurt am Main 1995.